Das Wichtigste in Kürze
- Breite Risse, hohl klingende Stellen und Abplatzungen zeigen, dass der Putz erneuert werden sollte. Feine Haarrisse sind oft nur ein optisches Problem.
- Der Ablauf: Gerüst und Schutz, Untergrund prüfen und vorbereiten, Unterputz und Profile, Armierung mit Gewebe, Oberputz, Sockel.
- Die Armierungsschicht mit eingebettetem Gewebe sorgt dafür, dass der neue Putz rissfrei bleibt.
- Wer ohnehin ein Gerüst stellt, sollte prüfen lassen, ob eine Dämmung gleich mit ausgeführt wird.
Woran Sie erkennen, dass der Putz erneuert werden muss
Nicht jeder Riss bedeutet eine neue Fassade. Feine Haarrisse an der Oberfläche sind häufig nur optisch störend. Anders sieht es aus, wenn Wasser in den Putz gelangt:
- Breitere Risse, in die Regen eindringen kann, vor allem an Fensterecken und Gebäudekanten.
- Hohlstellen: Klingt der Putz beim Abklopfen hohl, hat er sich vom Mauerwerk gelöst.
- Abplatzungen und abgefallene Putzstücke, oft im Sockelbereich.
- Dunkle Feuchteflecken, die nach Regen lange sichtbar bleiben.
- Grüner Belag durch Algen oder Moos an Wetterseiten.
Sind nur einzelne Stellen betroffen, reicht oft eine Ausbesserung. Löst sich der Putz großflächig oder zieht sich ein Rissnetz über die Fassade, ist ein neuer Putzaufbau meist die dauerhaftere Lösung.

Schritt 1: Gerüst stellen und die Umgebung schützen
Am Anfang steht das Gerüst. Steht es auf dem Gehweg oder der Straße, ist in der Regel eine Genehmigung der Stadt nötig. Danach werden Fenster, Türen, Fensterbänke und angrenzende Flächen abgeklebt und abgedeckt, damit Putzspritzer keine Schäden hinterlassen. Pflanzen und Wege am Haus werden ebenfalls geschützt.
Schritt 2: Untergrund prüfen und vorbereiten
Neuer Putz hält nur so gut wie der Untergrund darunter. Lose und hohl liegende Bereiche des Altputzes werden abgeschlagen. Danach prüfen wir, ob der Untergrund tragfähig ist und wie stark er saugt. Je nach Ergebnis wird gereinigt, grundiert oder eine Haftbrücke aufgetragen. Größere Fehlstellen und Ausbrüche im Mauerwerk werden vorab geschlossen.
Dieser Schritt ist unscheinbar, entscheidet aber darüber, ob die neue Fassade lange hält. Wer hier spart, sieht die Folgen oft erst nach einigen Wintern.
Schritt 3: Unterputz, Eckschienen und Anschlüsse
Wo der Altputz entfernt wurde oder die Fläche stark uneben ist, wird ein Unterputz aufgetragen und abgezogen. An Gebäudekanten setzen wir Eckschienen, damit die Kanten gerade und stoßfest werden. An Fenstern und Türen sorgen Anschlussprofile dafür, dass zwischen Putz und Rahmen keine Risse entstehen und kein Wasser eindringt.
Schritt 4: Armierung mit Gewebe
Die Armierung ist die Schicht, die Spannungen aufnimmt. Dazu wird Armierungsmörtel aufgetragen und ein Glasfasergewebe darin eingebettet. Die Gewebebahnen überlappen sich, damit an den Stößen keine Schwachstellen entstehen. An den Ecken von Fenstern und Türen kommen zusätzliche Gewebestreifen diagonal hinzu, denn dort entstehen Risse besonders häufig.
Bevor der Oberputz folgt, muss die Armierung ausreichend trocken sein. Die Wartezeit hängt vom Material und vom Wetter ab und richtet sich nach den Angaben des Herstellers.
Schritt 5: Oberputz und Farbe
Der Oberputz bestimmt, wie die Fassade aussieht. Häufig gewählt werden:
- Kratzputz: gleichmäßige, raue Struktur, wirkt ruhig.
- Scheibenputz: feine, gleichmäßige Körnung, sehr verbreitet.
- Reibeputz: sichtbare Rillen durch die Kornbewegung beim Reiben.
Die Korngröße beeinflusst, wie grob die Oberfläche wirkt. Je nach Untergrund und Lage kommen mineralische Putze oder Putze auf Silikonharzbasis zum Einsatz. Der Putz kann eingefärbt geliefert oder nach dem Trocknen gestrichen werden. Wir verarbeiten unter anderem Systeme von weber, Sto und Baumit und halten uns an den jeweiligen Systemaufbau.

Schritt 6: Der Sockel
Der Sockel ist der am stärksten belastete Teil der Fassade. Hier trifft Spritzwasser auf, im Winter kommen Streusalz und Frost dazu. Deshalb erhält der Sockel einen eigenen, widerstandsfähigen Putz und je nach Situation eine Abdichtung. Ein Sockelprofil trennt ihn sauber von der übrigen Fassade.
Das richtige Wetter für Putzarbeiten
Außenputz braucht passende Bedingungen. Bei Frost, starkem Regen oder praller Sonne auf der frischen Fläche wird nicht verputzt, weil der Putz sonst zu schnell austrocknet oder Schaden nimmt. Die Grenzwerte geben die Hersteller vor. Die Fassadensanierung wird deshalb meist zwischen Frühjahr und Herbst geplant, an heißen Tagen schützen Gerüstnetze die frische Fläche.
Gleich mit dämmen?
Das Gerüst steht ohnehin, die Fassade wird ohnehin bearbeitet: Deshalb lohnt sich die Frage, ob eine Dämmung im selben Zug sinnvoll ist. Wird ein größerer Teil der Fassade erneuert, kann das Gebäudeenergiegesetz (GEG) außerdem Anforderungen an den Wärmeschutz stellen. Ob das bei Ihrem Haus zutrifft und ob es Fördermittel gibt, klären Sie am besten vor dem Auftrag, zum Beispiel mit einem Energieberater.
Mit einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) werden Dämmplatten verklebt und gedübelt. Darauf folgen Armierung und Oberputz, also dieselben Schritte wie oben.
Kurz zusammengefasst
Eine neue Fassade beginnt mit einem tragfähigen Untergrund. Darauf folgen Unterputz und Profile, eine Armierung mit Gewebe, der Oberputz und ein eigener Sockelputz. Wer das Gerüst ohnehin stellt, sollte vorher klären, ob eine Dämmung im selben Zug sinnvoll ist.

