Das Wichtigste in Kürze
- Eine Trockenbauwand besteht aus einem Metallständerwerk, Dämmung im Hohlraum und Gipskartonplatten. Sie wiegt deutlich weniger als Mauerwerk und bringt kaum Feuchtigkeit in den Raum.
- Mauerwerk aus Kalksandstein, Ziegel oder Porenbeton ist schwer und robust. Es braucht Mörtel, Putz und Trocknungszeit.
- Für Raumteilungen im Bestand, im Dachgeschoss und auf Holzbalkendecken ist die Trockenbauwand meist die bessere Wahl.
- Tragende Wände, Außenwände und Wände in dauerhaft feuchten Bereichen gehören in der Regel gemauert. Über tragende Bauteile entscheidet ein Statiker.
So ist eine Trockenbauwand aufgebaut
Eine Trockenbauwand entsteht ohne Mörtel und ohne Wasser. Zuerst setzen wir Boden- und Deckenprofile (UW-Profile) und schrauben sie mit einem Dämmstreifen an, damit Schall nicht über Boden und Decke weitergeleitet wird. In diese Schienen kommen senkrechte Ständerprofile (CW-Profile). Der Hohlraum dazwischen wird mit Mineralwolle gefüllt, die Schall dämpft.
Danach wird beplankt: Gipskartonplatten werden auf beiden Seiten einlagig oder zweilagig verschraubt. Zweilagige Beplankung macht die Wand stabiler und verbessert den Schallschutz. Zum Schluss werden Fugen und Schraubköpfe gespachtelt. Wie glatt die Fläche wird, legt die Qualitätsstufe fest, von Q1 als Grundverspachtelung bis Q4 für Flächen mit Streiflicht oder glänzendem Anstrich. Für Tapete reicht meist Q2.
Leitungen für Strom und Wasser lassen sich vor dem Beplanken im Hohlraum verlegen. Schlitze in einer fertigen Wand entfallen damit.

Was eine gemauerte Wand anders macht
Eine gemauerte Innenwand besteht aus Steinen und Mörtel, gängig sind Kalksandstein, Ziegel und Porenbeton. Nach dem Mauern wird die Wand verputzt. Mörtel und Putz bringen Wasser in den Rohbau, das erst austrocknen muss, bevor gestrichen, tapeziert oder ein Boden verlegt wird.
Mauerwerk ist schwer. Auf einer Betondecke ist das selten ein Problem, auf einer alten Holzbalkendecke dagegen schon: Hier muss vorher geklärt werden, ob die Decke die zusätzliche Last trägt. Dafür ist ein Statiker zuständig.
Der Vorteil von Mauerwerk ist seine Masse. Die Wand ist unempfindlich gegen Stöße, nimmt schwere Lasten auf und speichert Wärme.
Trockenbau und Mauerwerk im Vergleich
| Kriterium | Trockenbauwand | Gemauerte Wand |
|---|---|---|
| Gewicht | leicht, geeignet für Holzbalkendecken und Dachgeschosse | schwer, Tragfähigkeit der Decke vorher prüfen |
| Feuchte im Bau | kaum, da ohne Mörtel und Putz | Mörtel und Putz müssen austrocknen |
| Leitungen | im Hohlraum verlegt, ohne Schlitze | Schlitze stemmen oder fräsen |
| Schallschutz | abhängig vom Aufbau: Dämmung, Beplankung, Ständerwerk | abhängig von Steinart und Wanddicke |
| Schwere Lasten | mit Verstärkung oder Tragständern an der richtigen Stelle | direkt mit passenden Dübeln |
| Rückbau | sauber und mit wenig Schutt möglich | Abbruch mit Staub und Schutt |
Pauschal besser ist keine der beiden Bauweisen. Es kommt darauf an, wo die Wand steht, was sie tragen soll und wie viel Feuchte und Schmutz während des Umbaus in Kauf genommen werden können.
Wann die Trockenbauwand die bessere Wahl ist
- Umbau in bewohnten Räumen: Die Wand steht schnell, es entsteht wenig Schmutz und keine Feuchte, die wochenlang trocknen muss.
- Altbau mit Holzbalkendecken: Das geringe Gewicht schont die Decke.
- Dachgeschossausbau: Trennwände, Abseitenwände und Verkleidungen der Dachschräge lassen sich in einem System bauen.
- Viele Installationen: Leitungen, Rohre und Unterputzdosen verschwinden im Hohlraum. Für Waschtisch oder WC gibt es Vorwandsysteme.
- Flexible Grundrisse: Büros und Gewerbeflächen lassen sich später mit wenig Aufwand umbauen.

Wann Mauerwerk sinnvoller ist
- Tragende Wände: Eine Wand, die Lasten aus Decke oder Dach aufnimmt, wird nach den Vorgaben eines Statikers ausgeführt.
- Außenwände und Keller: Hier zählen Witterungsschutz, Feuchte von außen und die Statik.
- Dauerhaft feuchte Bereiche: In Räumen, in denen Wände regelmäßig nass werden, ist Mauerwerk mit passender Abdichtung oft die robustere Lösung.
- Sehr hohe Lasten an vielen Stellen: Etwa in Werkstätten mit schweren Regalen an fast jeder Wand.
Schallschutz, Brandschutz und Lasten im Trockenbau
Schallschutz: Eine leichte Wand kann gut dämmen, wenn der Aufbau stimmt. Entscheidend sind die Mineralwolle im Hohlraum, die Zahl der Plattenlagen, der Abstand der Ständer und saubere Anschlüsse an Boden, Decke und Nachbarwände. Für besonders hohe Anforderungen gibt es Wände mit doppeltem Ständerwerk.
Brandschutz: Mit Feuerschutzplatten und den geprüften Systemen der Hersteller lassen sich Wände mit einer festgelegten Feuerwiderstandsdauer bauen. Wir halten uns dabei an den Systemaufbau des Herstellers, zum Beispiel von Knauf.
Hängeschränke und Fernseher: Leichte Lasten halten mit Hohlraumdübeln. Für Küchenschränke, Waschtische oder schwere Regale planen wir vor dem Beplanken Holz- oder Metalltraversen im Ständerwerk ein. Sagen Sie uns deshalb vorher, was später an die Wand kommt.
So gehen wir bei Ihrem Umbau vor
Wir sehen uns die Räume vor Ort an, klären, wo die Wand stehen soll, welche Leitungen hinein müssen und was später daran hängt. Danach erhalten Sie ein schriftliches Angebot mit allen Positionen. Spachteln, Schleifen und auf Wunsch der Innenputz kommen aus derselben Hand, sodass zwischen Rohbau und streichfertiger Wand kein zweiter Betrieb abgestimmt werden muss.
Kurz zusammengefasst
Für Raumteilungen im Bestand, im Dachgeschoss und überall dort, wo Gewicht, Feuchte und Bauzeit zählen, ist die Trockenbauwand in den meisten Fällen die passende Lösung. Mauerwerk bleibt die richtige Wahl für tragende Wände, Außenwände und Bereiche mit dauerhafter Nässe.

